🎄Vom Christbaum zum Küchengewürz
Bei herrlichstem Herbstwetter trafen wir uns am Samstag, den 18. Oktober, inmitten bunter Blätter zu einem spannenden Workshop in unserem wunderschönen Obstlehrgarten. Unter dem Motto „Nadelbaum-Küche“ drehte sich alles darum, wie man den Christbaum nach den Feiertagen nicht einfach entsorgt, sondern ihn vielleicht schon vorher kreativ in der Küche einsetzt oder aus seinen Nadeln haltbare Köstlichkeiten herstellt.
Doch nicht nur der Christbaum bietet Schätze: Unsere heimischen Wälder halten das ganze Jahr über Wertvolles für Wohlbefinden und Gesundheit bereit. Beim Sammeln ist allerdings Achtsamkeit und Wissen um die verschiedenen Baumarten wichtig, denn jeder Nadelbaum hat seinen eigenen Geschmack, Duft und seine speziellen Verwendungsmöglichkeiten.
In einem kleinen Quiz konnten die Teilnehmenden ihr Wissen testen, bevor die Erkennungsmerkmale von Fichte, Tanne, Douglasie, Lärche und Kiefer anschaulich erklärt wurden. Auch die giftige Eibe wurde genau besprochen, damit Verwechslungen ausgeschlossen werden können.
Zum Einstieg in die kulinarische Praxis gab es eine erfrischende Douglasien-Limonade aus Douglasien-Sirup, Zitrusfrüchten und selbstgemachtem Sodawasser. Anschließend bereitete jeder Teilnehmer eine Tasse Tee mit Douglasien- oder Fichtenzweigen zu. Alle staunten, wie aromatisch und unterschiedlich diese schmecken.
Dazu gab es selbstgemachte „Forest-Cookies“ und Baguette mit Fichten-Butter zum Probieren.
Gemeinsam stellten wir ein Tannen-Erkältungs-Badesalz her, das in Teebeutel abgefüllt wurde. So schwimmen keine Nadeln im Badewasser, und die Anwendung bleibt angenehm und praktisch.
Für die Hausapotheke wurde außerdem ein Nadel-Oxymel als Hustensaft angesetzt. Da dieses rund zwei Wochen ziehen muss, konnten die Teilnehmenden ein bereits fertiges Oxymel abseihen und sich in kleine Flaschen abfüllen, um es mit nach Hause zu nehmen.
Auch kulinarisch wurde experimentiert: Aus frischen Nadeln, Zitronensaft, Salz und Spitzkohl entstand ein Fichten-Zitronenkraut, das nun bei jedem zu Hause in kleinen Gläsern mindestens zwei Wochen fermentieren darf.
Zum Abschluss kosteten wir einen selbstgemachten Fichten-Gin, der pur an griechischen Ouzo erinnerte. Schnell war daher der Name „Fizo“ geboren, was bei allen für herzliche Lacher sorgte. In Kombination mit Douglasien-Sirup entfaltet er ein würzig-süßes Aroma.
Alle Rezepte, Anleitungen und viele weitere Ideen rund um die Verwendung von Nadelbäumen, besonders zur nachhaltigen Verwertung des Christbaums nach den Feiertagen, sind in einer umfangreichen Rezeptsammlung zusammengefasst.
Mit einem fröhlichen Gruppenfoto endete der Workshop, und alle Teilnehmenden konnten ihre selbstgemachten Schätze des Waldes sowie die Rezeptsammlung mit nach Hause nehmen.
Helfer: Kathrin und Carolina Wacker